Entdeckungen & Forschung REPORT

Die Wollmäuse – was sind sie?

– Reportage über eine verachtete Art

Jeder kennt sie, die meisten beachten sie jedoch nicht – kleine, weiche, zuweilen pelzige Wollkügelchen – kurz: Wollmäuse. Sie kommen in jedem Haushalt, oft sogar in freier Natur vor. Dabei ist es ein Irrglaube, Wollmäuse seien keine Tiere sondern nur Faserknäuel. Im Gegenteil. Viele Tatsachen sprechen dafür, dass Wollmäuse hoch entwickelte Lebewesen mit einem ausgeprägten Nervensystem sind und keinesfalls Ähnlichkeiten mit ähnlich aussehenden Faserverknotungen oder primitiven Einzellern haben.

Altersübersicht der Laborwollmaus
Altersübersicht der Laborwollmaus

Wollmäuse ernähren sich hauptsächlich von Ausscheidungsprodukten und Partikeln tierischer Lebewesen. Das wären zum Beispiel Talg, Haare oder Hautabschuppungen. Daher findet man Wollmäuse fast immer in der Umgebung von Menschen, aber auch an Schlafplätzen von Tieren.

Hierbei zeigt es sich, dass sich vor allem junge Wollmäuse meist nur an speziellen Stellen aufhalten. Das sind bevorzugt Achselhöhlen, Bauchnabel, Zehen und der Schambereich bei Menschen. Hier herrscht das dunkle, feuchtwarme Klima, welches die Wollmäuse zum wachsen benötigen.

Beispiel für Wollmaus-Vorkommen: Warme, ungewaschene, muffig-feuchte Füße
Beispiel für Wollmaus-Vorkommen: Warme, ungewaschene, muffig-feuchte Füße

Die Fortpflanzung läuft ähnlich ab wie bei Einzellern, durch Teilung. Hierdurch können Wollmäuse, das richtige Klima vorausgesetzt, schnell wachsen und sich vermehren. Wie bereits angesprochen, werden Wollmäuse meist nicht beachtet. Oft fallen Sie der Dusche und der Waschmaschine zum Opfer, heruntergefallene Wollmäuse verschwinden in Staubsauger und Feudel.

 

Dafür müssen sie hinhalten…

Bei perversen Spielen mit anschließendem Verzehr
Bei perversen Spielen mit anschließendem Verzehr

Es gibt jedoch einige Menschen, die Wollmäuse erotisch finden. Dabei werden die unterschiedlichsten Praktiken bei erotischen Spielen angewendet, die den meisten Personen jedoch sehr zuwider sind. Das Herauslutschen oder Herauszupfen aus den oben genannten Nistplätzen findet gleichermaßen Anwendung wie das Verreiben und Zermahlen – mit oder ohne anschließendem Verzehr der Wollmäuse.

Und auch hierbei gibt es wieder Extreme. Ähnlich wie Haschisch oder Kokain wird bereits vermehrt verdeckter Handel mit Wollmäusen getrieben. Anschließend werden mit den Wollmäusen skurril-perverse, meist auch obszöne Spiele getrieben, wie unsere Recherchen ergaben.

Dieses Foto hat so gut wie nichts mit diesem Artikel zu tun
Dieses Foto hat so gut wie nichts mit diesem Artikel zu tun

Dieser willkürlichen Massenvernichtung, die alleine zum sexuellen Vergnügen weniger Menschen dient, stellen sich viele Umwelt- und Tierschutzorganisationen gegenüber, allen voran die WWF (World Wollmaus Foundation). Ein Sprecher sagte gegenüber MSS, dass jährlich mehrere Tonnen Wollmäuse auf die oben beschriebene Art willkürlich vernichtet werden – nicht nur durch Verzehr. Bei dem geringen Gewicht der Wollmäuse zählt eine Tonne an die fünf Millionen einzelne Wollmäuse. “Wenn das mit Hunden oder Katzen gemacht würde, wäre schon längst etwas geschehen”, so der WWF-Sprecher weiter.

Andererseits sind bereits legale, sogar staatlich geförderte Pilotprojekte im Gange, welche eine professionelle und artgerechte Wollmauszucht anstreben, um hungernde Völker in der Dritten Welt mit Nahrungsmitteln versorgen zu können. Man will sogar so weit gehen, armen Menschen Wollmaus-Zuchtsets auszuteilen, damit sich diese Menschen ihre eigenen Wollmäuse züchten können. Doch noch müssen für eine Zucht in Deutschland Richtlinien ausgearbeitet werden, um einen Missbrauch und eine unfachgerechte Aufzucht zu verhindern.

Schmackhaft zubereitete Wollmäuse... die Rettung für arme Länder?
Schmackhaft zubereitete Wollmäuse…
die Rettung für arme Länder?

 

 

Im Dienste der Wissenschaft

Nur im Labor so schön zu beobachten: Eine Wollmaus frisst ein menschliches Haar
Nur im Labor so schön zu beobachten:
Eine Wollmaus frisst ein menschliches Haar

Die Wissenschaft ist seit dem weltweiten Biotech-Boom vermehrt in die Wollmausforschung eingestiegen. So dienen Wollmäuse teilweise schon als Ersatz-Versuchskaninchen, zur Entlastung der echten Versuchskaninchen.

Man vermutet, dass Wollmäuse ein ungeahntes Potenzial bergen. So versucht man, besonders vitamin- und mineralstoffreiche Wollmäuse zur Behandlung von Ernährungsstörungen zu entwickeln. Interessant sind auch die Versuche, mit Wollmäusen für Menschen nicht zugängliche Stellen zu Reparaturzwecken zu erreichen, wie zum Beispiel feine Rohrsysteme.
Nach genauen Analysen der Wollmaus-DNS ist es Wissenschaftlern aus Martinsried (bei München) sogar gelungen, nicht nur Quallen und herkömmlichen Mäusen, sondern auch Wollmäusen ein Leucht-Gen einzupflanzen. Das Resultat sind im Dunkeln leuchtende Wollmäuse.

Labor-Wollmaus mit Leucht-Gen: Links bei Tageslich, rechts im Dunkeln
Labor-Wollmaus mit Leucht-Gen:
Links bei Tageslich, rechts im Dunkeln

 

 

Wollmäuse bekämpfen

Trotz der zunehmenden Hygiene steigt das Wollmaus-Vorkommen jährlich um zirka 10 Prozent. Man vermutet, dass Wollmäuse immer neue Überlebensstrategien entwickeln und sich hervorragend an veränderte Umgebungen anpassen können. Bald, vor allem dann, wenn eine gezielte Zucht möglich wird, kann es teilweise zu regelrechten Wollmausplagen kommen. Schon jetzt sind verschiedene Industriezweige neu entstanden, die sich ausschließlich mit der Vernichtung und Umsiedlung großer Wollmausstämme befassen. Prototypen hochmoderner Gerätschaften werden momentan erprobt.

Noch nicht marktreif: Ein Prototyp zur Wollmausentfernung
Noch nicht marktreif:
Ein Prototyp zur Wollmausentfernung

Doch wie bei allen neuen Entwicklungen werden noch viele Jahre vergehen, bis sich wirklich brauchbare Resultate zeigen. Es bleibt also abzuwarten, ob es nur ein kurzer Trend ist oder ob die Wollmäuse tatsächlich die Lösung für all unsere Probleme sind.