Das Sydney 2000 - Projekt  --  Alles nur Satire!

 

"Herr Doktor, ich hab' da so ein Diarium am Fuß" ...nein, ein Diarium ist keine ansteckende Krankheit. Es ist auch nicht zu verwechseln mit einem Delirium, einem Aquarium ("du, ich hab' neue Fische in meinem Diarium") oder anderen Wortmontagen ("He, bind' dir mal das Diari-um!"). Ein Diarium ist gleichzusetzen mit einem Tagebuch - klingt jedoch viel gebildeter.

Einige Zeit liegt nun die bisher erfolgreichste Rettungsaktion von MSS zurück. In der Zwischenzeit haben sich zwei der Exkursionsteilnehmer bereit erklärt, Auszüge ihrer Sydney-Tagebücher zu veröffentlichen.

Gewinnen Sie hier spannende und intime Einblicke in den Beginn eines neuen Lebens, in einer neuen Welt, voll neuer Erfahrungen:


Aus dem Leben eines Jan W.

Freitag, 22.9.2000 - Es ist 15 Uhr morgens - die Sonne brennt, das Haar sitzt. Michael hat Husten von den vielen Abgasen in Sydney, der Rest ist müde. Diese erste Woche war anstrengender, als wir dachten. Wir werden uns heute trennen, weil wir uns andauernd zoffen. Björn hat nämlich die Karte verschlampt. In fünf Wochen sehen wir uns - laut Zentrale Kassel - wieder.

Donnerstag, 28.9.2000 - Oh je - ich glaube, ich verdurste. Seit einer Ewigkeit habe ich kein Wasser getrunken, die Cola ist auch alle und der Kühlschrank ist defekt. Ich habe mit dem Solarmodifikator die Sandbeschaffenheit gemessen - das Ergebnis ist erstaunlich. Ich habe gleich fünf Filmdöschen abgefüllt.

Samstag, 21.10.2000 - Ich glaube, ich drehe durch! Seit vier Wochen Einsamkeit und Ödnis pur... alle drei Kilometer Sand analysieren, sammeln und verpacken. Und immer noch kein Wasser in Sicht. Um mich zu entlasten, habe ich drei Koffer unterwegs liegen gelassen. Wozu brauche ich ein Aquarium, wenn es doch eh kein Wasser gibt!?
Aber tröstlich, dass es nur noch eine Woche so geht.

Freitag, 27.10.2000 - Oh ja - noch zwei Tage! Dann kommen die anderen auch. Dreihundert Filmdöschen habe ich gesammelt, ein paar schöne Urlaubsfötus geschossen und bin nun seit zwei Tagen am Treffpunkt. Wo die anderen bloß bleiben?


Die Leiden des jungen Michael R.

Freitag, 29.9.2000 - Heute beginnt die dritte Woche. Ich habe mich über die Cola von Jan sehr gefreut! Ernüchternd ist jedoch die Tatsache, dass ich während der ganzen Zeit keinen Sand gefunden habe - bloß festen Stein. Ich kann ihn auch nicht fein zermahlen - das macht meine Krone oben rechts nicht mit.

Dienstag, 3.10.2000 - Ich habe ganz mies geschlafen. Ein paar Mal bin ich sogar vom Rad gefallen.
Ich habe bei der Sandanalyse aus Versehen einen Eingeborenenstamm aufgescheucht. Dass diese Leute so bösartig sind, hätte ich nicht gedacht....! Ich musste mich mit Händen und Waffen wehren.

Mittwoch, 18.10.2000 - Ich werde immer noch von denen verfolgt. Langsam kann ich nicht mehr. Aber ein großes Treibsandfeld ließ die Horde schlagartig verschwinden. Ich wurde allerdings aus meinem Zeitplan gebracht. Ich komme vermutlich eine Woche später an als vereinbart.
Heute Abend habe ich das erste Mal Sand gesammelt. Zwar etwas verunreinigt, aber die Grenzwerte wurden nicht überschritten.


Für ein lückenloses Verständnis empfehlen wir die Lektüre der die Exkursion begleitenden Artikel:

Zum ersten Artikel | Übersicht


Zurück zur MSS-Startseite...



Kontakt zu MSS
Impressum und Hinweise
 © J. Weinmann