Was die Technik heute kann, - fliegen, fahren, sogar tauchen,
merken wir erst meistens dann, wenn wir sie mal nötig brauchen!
Und so wird es endlich Zeit, mal ein Beispiel anzuführen,
- aus der Rettungsfliegerei - und sie an die Spitze küren.
Nicht, was in der Zeitung steht, möchte ich jetzt rezitieren;
nein, ich wage den Versuch, tiefer ins Metier zu führen.
Oftmals sind Verkehrsblessuren, Schlaganfall und Herzinfarkt,
Grund, die Luftfahrt anzufordern, die die roten Hubies parkt.
Ob ein Blinddarm sich entzündet, eine Kolik schmerzlich windet
oder ob der Leib sich bläht, keiner diese Hilfe schmäht!
Bis zu stark verklemmten Winden, - jeder Notstand ist zu finden.
Unser Rettungsassistent jeden Fall sofort erkennt.
Neulich stand Gevatter Hein mal am Kopfe des Patienten,
kündet damit auch schon an: Leute lasst's für mich bewenden!
Doch er hat wohl nicht gerechnet, mit der Rettungssanität,
die ihm einfach voller Frechheit seine Sanduhr umgedreht!
Dazu wurde ihm die Sense obendrein auch noch geklaut,
von dem Rettungssanitäter, der im Garten Hanf anbaut.
Anruf bei der Rettungswache: Frau hat mit dem Föhn gebadet,
sie liegt leblos in der Wanne, offenbar hat's ihr geschadet!
"Ja, wie alt ist denn die Gute? Ist sie schön im Angesicht?"
"Nein! Schon über fünfundvierzig!" "Na dann lohnt sich das ja nicht!
Ach, sie ist privat versichert, hat Vermögen nur zuhauf?
Na, dann ist das etwas andres, ja, wir steigen sofort auf!"
Und so schnurrt der kleine Hubie mit der Dicken im Gepäck
hurtig Richtung Landesklinik und nun folgt der nächste Schreck.
Dieser Flug ist etwas holprig, weil der Luftdruck schlechte Quoten,
in der Folge spritzt der Notarzt aus Versehen den Piloten.
Was der Dicken helfen sollte, macht die Glieder plötzlich locker
und nun rutscht der Rotorflieger langsam vom Pilotenhocker!
Ja, jetzt schlägt doch glatt die Stunde, für den Rettungsassistent,
der schon immer fliegen wollte, nur der Chef war so verklemmt!
Eilig greift er zu dem Stöckchen, das er immer angeschielt
aber leider viel zu selten mal in seinen Händen hielt.
Er begann mit schlechtem Kunstflug - ja, dem Looping fehlte Schliff,
doch nach einer Viertelstunde hatte er das Ding im Griff.
Schön ist auch ein Rückenflug; was einst unten, ist jetzt oben,
und aus dem 'Gepäckabteil' hört man die Insassen toben.
Schnell ist die Pilotenkanzel angefüllt mit allem Kram,
der vermutlich aus dem Stauraum der Behandlungsbuchte kam.
In der Folge unser Flieger auf den Deckenschaltern liegt,
wovon so ein kleiner spitzer, ihn mit Kraft ans Auge piekt.
So, nun ist er wieder munter, greift beherzt zum Steuerstab,
den der Rettungsaushilfsflieger gar nicht gerne übergab.
"War doch schön, mal selbst zu fliegen. Komm ich geb noch einen drauf,
dafür räume ich die Kiste nach der Landung wieder auf!"
"Eh ich hier noch was vergeige, sieh mal auf die Tankanzeige!"
Und nun war er völlig munter, denn die Kiste musste runter.
Zum Piloten ist zu sagen, dass er vor Millionen Tagen
seinen ersten Drachen lenkte und das Herz der Luftfahrt schenkte.
Und als Kesselwärter Schmitt flog er vor dem ersten Weltkrieg
schon im Dampfhubschrauber mit.
Später war's der Doppeldecker, Güllebomber und auch MIG.
Doch er kam dann endlich wieder in den Heliflug zurück.
Alle plagte der Gedanke, werden wir es denn noch schaffen?
Wo ist hier die nächste Tanke, wo wir neuen Kraftstoff raffen?
"Macht euch gar nicht erst die Mühe, denn wir brauchen Kerosin,
und nicht diese Autobrühe, die wird keinen Rotor ziehn."
"Fliegen wir noch ein Stück weiter, mit 'nem kleinen bisschen Glück,"
sprach der fliegerische Leiter, "da kommt eine Schnapsfabrik!"
Als wir endlich notgelandet, kam der Firmenchef gerannt.
Er empfahl uns, fachlich richtig, einen starken Obstlerbrand.
"Beste Ware sollt ihr kriegen, neunundneunzig Vol.-Prozent,
damit könnt ihr super fliegen, hört, wie die Turbine rennt!"
Und der Chef hat Recht gehabt, keiner hätte es geglaubt,
dass die Bäume nach dem Blitzstart rundherum total entlaubt!
Hurtig weiter, plötzlich Nebel, Drähte ziehen quer durchs Land.
Leider haben sie vor Freude alles bisschen spät erkannt.
"Ach, die Drähte," sprach der Flieger, "sind doch alle butterweich!"
"Ich mach's wie der tapfre Schneider, sieben sind's auf einen Streich!"
Autsch! Der Durchflug hat geklappt. Hinten hört man leises Munkeln,
alle Kabel sind gekappt, eine Großstadt liegt im Dunkeln...
Und zum Schluss, wie soll ich's sagen, kam die Dicke zur Besinnung
und blamierte mit paar Worten eine ganze Rettungsinnung.
"Ich war plötzlich eingeschlafen, das passierte mir noch nie,
und der Föhn, sie können's glauben, der lief nur mit Batterie!"
Ja, hier endet die Geschichte, alle haben sehr gelacht.
Der das schrieb, hat keine Ahnung, hat sich alles ausgedacht!