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Löcher
Ein Loch. Früher war das ein Fall für den Schneider, es musste gestopft werden. Heute ist es ein Fall für die Altkleidersammlung. Nicht das Loch, sondern das Durchlöcherte. Kaum merklich hat sich unsere Welt gewandelt - vom Mangel und werterhaltenden Maßnahmen hin zu einer Wegwerf- und Überflusskultur. Heute gibt es Löcher überall, heute wird offen über sie geredet. Es gibt sie in verschiedensten Arten, mit verschiedenen Vorwörtern, zu verschiedenen Zwecken. Löcher gibt es an Mensch und Tier, um Aufgenommenes wieder auszuscheiden, oder um Liebe zu machen. Oder um Schmuck darin zu arretieren. Löcher gibt es in den Kassen der Länder und des Bundes, sogar einige Politiker mögen Löcher sein, mit einem Arsch vorne dran. Ein Loch gibt es in Schottland (es lebt ein Ungeheuer darin). Mäuse, Maulwürfe, Kaninchen wären obdachlos ohne Löcher. Selbst Bürogeräte machen Löcher - absichtlich. Von den ganzen Löchern in Maschinen und Gerätschaften mal ganz zu schweigen - für Kabeldurchführungen, Schrauben, Signalbirnchen, Zugfedern. Löcher in den Trennwänden von Dusch- und Toilettenkabinen. Löcher nach Schusswechseln oder Bombeneinschlägen. Nach Jahren der schlechten Mundhygiene. Überall Löcher.
Hinten links, in der Ferne, in dem Haus - dort befindet sich ein Loch. Äußerst unscheinbar.
Foto: J. Weinmann
Distanziert betrachtet sind sie unscheinbar, alltäglich, zweckmäßig und hohl. Aus der Nähe gesehen sind sie jedoch nur eines. Kaum einer weiß um diese ungewollte aber für Löcher so charakteristische Eigenart. Diese unterbewusste Eleganz und Konsequenz. Es ist das Logischste an einem Loch, aber man bedenkt es nie: Es ist schwarz. Glauben Sie nicht? Gehen Sie doch mal ganz nah heran!
Das selbe Loch, aus unmittelbarer Nähe betrachtet. Darunter zwei weitere Beispiele für Löcher.

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