Heute möchte ich berichten von der Sportart mit Motoren,
ihren Fahrern und den Schraubern, von den Siegern und Sponsoren.
Wer mich kennt, der wird jetzt denken: "Na, da kommt nichts Gutes raus!"
"Diesen Quatsch kann er sich schenken, ohne Ahnung wird nichts draus."
Darum bitt' ich schon am Anfang, Leute macht ein Auge dicht -
oder besser alle beide; jetzt geht’s los, die warten nicht!
Sehen wir zur Zielgeraden, denn der Start steht kurz bevor,
hinten winkt man mit 'ner Fahne weil dort jemand Öl verlor.
Doch das Zielgericht entscheidet, das man trotzdem starten kann,
wer dort ausrutscht ist nicht tauglich und fährt an die Bande ran.
Zwanzig bunte Seifenkisten, dreißigtausend Mark das Stück,
geben jetzt zusammen Vollgas zu der Irrfahrt Richtung Glück.
Durch des Motors laute Regung kommt man schnellstens in Bewegung
- hätte Wilhelm Busch geschrieben - und dabei nicht übertrieben.
Das Getöse ist entsetzlich, der Gesundheit abgetan,
hier kann jeder Taube spüren, dass er noch gut hören kann.
Und die Luft stinkt jetzt nach Gummi, Öl, Benzin und Lebertran.
Hinter mir da ist ein Fischstand, den man noch mit riechen kann.
Neunzehn bunte Seifenkisten haben ihren Start geschafft,
nur das Fahrzeug Nummer Siebzehn hat es leider nicht gerafft.
Der steht mit den Hinterrädern voll im Öl, die drehen durch
ebenso der Mann am Lenkrad und der Sponsor wird zum Lurch.
Doch da kommt ein Herr im Kittel mit dem rechten Zaubermittel.
Eine große Schippe Dreck und schon war die Siebzehn weg.
Der Betrachter voll Entzücken, sieht die Piste voller Tücken.
Heftig muss der Fahrer lenken, seine Arme fast verrenken.
Doch was nützt die Kunst beim Rennen, wenn die anderen mal pennen.
Ständig nach den Feinden spähen oder selbst den Rasen mähen.
Ist das Schicksal richtig mies, geht’s ins Bett, das hier aus Kies.
Unser Spitzenfahrer Krause denkt an seine Frau, zu Hause.
Gestern war sie gar nicht nett, gab ihm Startverbot im Bett.
Und so fährt der brave Mann voller Wut so schnell er kann.
Heute will er alles wagen - plötzlich meldet sich der Magen
oben an der Kehle an, ohh, jetzt rette sich, wer kann!
Nummer vierzehn hinterdrein fing den Würfelhusten ein.
Wie die Reifen früher waren, taugten sie nicht allzu viel.
Lange konnte man nicht fahren, dann war nur die Box das Ziel.
Auch war nichts mit zehn Sekunden für den ganzen Reifentausch,
und so gingen unsre Fahrer erst einmal zum Kaffeeplausch.
Manche zogen mit der Zeitung pfeifend auf dem Lokus ein,
andre füllten in der Pause mal ein kühles Bierchen ein.
Ging das Rennen erst mal weiter, war die Kampflust wieder da,
flog der Nebenmann zur Seite, den man einfach 'übersah'.
Blechgerippe an den Banden, Schrott am ganzen Wege stand,
den ein Bauer mit dem Pferde schaffte an den Pistenrand.
Einem schwarzen Pudelhund zeigte man wie ungesund
doch der Fahrbahnaufenthalt - ratsch - da war das Tierchen kalt.
Unser liebes Publikum tobt auf der Tribüne rum.
Aus den Ländern aller Welt kam, wer etwas auf sich hält.
Inder, Spanier, Eskimos zogen von der Scholle los,
dazu Sioux und auch Buren und vom Nachbardorf die Huren.
Und recht heftig Beifall fand, als der Papst am Imbissstand
heut das Protokoll vergaß und mal eine Bockwurst aß.
Schwierig ist's herauszufinden, wer jetzt vorne und wer hinten.
Bei dem Rennen über Stunden gab es manches Überrunden.
Es wird Zeit das jemand siegt und die goldne Urne kriegt.
Meine Augen sind voll Dreck und das Portemonnaie ist weg.
In der allerletzten Runde hätt's der Sieger fast verpatzt,
denn kurz vor der Zielgeraden ist ein Vorderrad geplatzt.
Ohne Einfluss auf die Lenkung macht der Fahrer 'ne Verschwenkung,
streift dabei die Karoflagge, ruft noch schnell so was wie "Kacke!"
Noch bevor der Wagen hält, ihn die Ohnmacht überfällt.
Grund der schnellen Sinnestrübung war die hergebrachte Übung,
einen Sieger gut zu heißen und mit Blumen zu beschmeißen.
Leider traf den armen Tropf eine Blume mit 'nem Topf.
Dann zum Schluss die Siegerehrung, Tausend Mark und Sektgenuss,
und vom schärfsten Boxenluder einen heißen Zungenkuss.
"Nächstes Jahr sehn wir uns wieder!", brummt es durch den Kopfverband
und dann kippt er auf die Trage, die schon hinterm Treppchen stand.
Auf dem Heimweg war mir übel, wie erklär ich meiner Frau,
dass der Eintritt sündhaft teuer, so wie ihre Modenschau.