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Das Eigenheim
Den Entschluss zum Häuslebauen fasst der Mensch mit viel Bedacht
weil es Stress, Verdruss und Armut sowie sehr viel Arbeit macht.
Heute möchte ich berichten, was es Neues gibt vom Bau -
denk ich an das jüngste Beispiel, wird es mir im Magen flau!
Zweiter Weltkrieg, Hausverwaltung und dazu des Wetters Zähne
nagten stets mit großem Eifer an den Mauern der Domäne.
Auf dem Bau sitzt man gern trocken, und so sprach der Mann vom Fach:
"Wenn wir nun beginnen wollen, dann zuerst einmal am Dach."
Alle Ziegel müssen runter, auch die Balken sind kaputt
und so warf man frisch und munter einfach alles auf den Schutt.
Leider war der Lieferant, nicht wie ihr denkt, -völlig pleite -
nein, der liebe Kumpel stand bei der Steuer in der Kreide!
Also baute man nun weiter mit viel Frischluft ohne Dach.
War ja Sommer und recht heiter, Nachbarn hatten mehr vom Krach.
Auch die Dielung war verschlissen, mit Getöse flog sie raus,
wie die Öfen und die Treppen, nur die Fenster blieben aus.
Diese wurden später dann, Opfer der Gerüstebauer.
Auch die letzte Wasserleitung lebte nicht von langer Dauer.
Wer viel braucht dem wird geliefert, täglich rollten Waren an.
Oftmals nicht das Auserwählte, das man nicht gebrauchen kann.
Schwarze Fliesen für das Bad, dazu eine grüne Wanne
Fliegenfenster, Maschendraht, alles Inhalt einer Panne.
Träumt der Bauherr von Gespenstern, Fliegendraht und Maschenfenstern,
ja dann liegen, Gott sei Dank, wieder mal die Nerven blank!
Eines schönen Tages dann, sagt die Frau zu ihrem Mann:
"Schatz, ich habe es erwogen, morgen Früh wird umgezogen!"
"Hier halt ich es nicht mehr aus, ich will weg, ich muss jetzt raus!"
Keinen Einwand ließ sie gelten und begann den Mann zu schelten:
"Wo ist unsre Wendeltreppe?" "Warum gibt es noch kein Dach?"
"Alles Rohbau, kahl wie Steppe!" Fertig war der Ehekrach.
Mit der Zeit ist's nun geworden, fertig ist das Eigenheim.
Richtfest droht mit Bier und Torten, feucht noch der Tapetenleim.
Und die Reste der Gewerke, auf dem Grundstück weit verteilt,
sorgten für die Hiobsbotschaft, die die Gäste schnell ereilt.
Mit Restbeton und viel Bedacht haben Mädel und auch Bube,
einen Schneemann schnell gemacht, dumm nur, er steht in der Stube!
Als die Feier fortgeschritten, aus dem Trinken wurde Saufen,
kam doch jemand die Idee unser neues Haus zu taufen.
"Wie beim Schiff, so müsst ihr's machen, eine Flasche an die Wand!"
"Das bringt Glück, viel Geld und Segen!" Leider fehlte ihm Verstand.
Da der Sekt nun schon zu Ende und der Rotwein in Karaffen
ging er suchend in den Garten, eine Flasche herzuschaffen.
Diese wurde schnell gefunden und an einen Strick gebunden,
der in einen Baum geknotet und das Ganze ausgelotet.
In der Dunkelheit des Gartens hat er dabei nicht gecheckt
das in dieser roten Flasche ein brisanter Inhalt steckt!
Was der Klempner nicht mehr brauchte und im Garten abgestellt,
ist jetzt plötzlich eine Bombe, die mit Schwung am Haus zerschellt.
Rums, die Gäste wurden stutzig und die Tafel etwas schmutzig,
neigt der Giebel sich zum Garten, tut noch für Sekunden warten,
rutschten Ziegel ab vom Dach und dann kam der zweite Krach.
Endlich lag die Mauer unten, Wasser spritzt von irgendwo,
Lampen glommen noch wie Lunten und es roch dazu nach Klo.
Und dann sah man, wenn auch matt, welche Kraft Propangas hat!
Eigentlich, so sprach der Bauherr, ist mir dieses Unglück recht,
weil der Giebel eh' recht schräg stand und das Fundament war schlecht.
Außerdem war ich so glücklich, nach der Arbeit auf dem Bau
und fand dabei viel Beachtung - beim Finanzamt und der Frau!
Also nehmen wir's gelassen, ohne jeden Frust und Zorn!
Darauf Freunde, hoch die Tassen, morgen bauen wir von vorn!
Idee & Text: Jürgen Menzel
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