An unsere Gegner: Apologie.

»Die Satire darf alles.« – Kurt Tucholsky

Für wen?

Welche Redaktion bekommt sie nicht, die kritischen Zuschriften? Diese ab und zu eintreffenden Zuschriften lassen sich, zumindest bei uns, in zwei Gruppen einteilen: taktlos-unsinnige und kritisch-durchtachte. Erstere werden von uns generell ignoriert, da sowieso meist keine Antwortadresse gegeben ist. Die kritisch-durchdachten Zuschriften lesen wir durchaus und machen uns auch Gedanken.
Meist zielen beide Arten von Zuschriften auf unseren Inhalt ab, nur selten werden einzelne Redakteure persönlich angegriffen. Um die – vor allem zukünftigen – Kritiker gedanklich zu unterstützen, um Zweifel auszuräumen und noch offene Fragen zu klären, haben wir diese Rechtfertigungs- und Verteidigungsschrift verfasst. Diese sollte zumindest die Frage „Findet ihr das wirklich lustig?“ beantworten. Man könnte unsere Apologie also auch als einen abgespeckten Antwortenkatalog betrachten, eine Express-Abhandlung über das, was Satire, was Nonsens, was schwarzer Humor ist und darf.

Problembewältigung

Fragen wir uns generell: Was hat (schwarzer) Humor für eine Funktion? Scheinbar absurde und nicht normale Situationen verständlich, begreifbar oder erträglich zu machen. Woher käme sonst der Begriff ‚Galgenhumor‘?

Schwarzer Humor, Humor an sich, Satire, Nonsens – letztendlich sind das alles sehr weitläufige und beliebig zu definierende Begriffe. Wie gesagt – für den Einen beginnt und endet es hier, für den Anderen dort. Es ist eine Sache des persönlichen Geschmacks, eine Sache der eigenen Fasson, wie man mit verschiedenen Dingen umgehen kann und will.

Belgischen Kindern Flucht geglückt
Belgischen Kindern Flucht geglückt

Wählen wir den Fall Dutroux (Kinderschänderskandal in Belgien) und die Reaktion von MSS darauf (siehe Bild oben). Dieses Geschehnis ist für viele nur durch Humor zu verstehen und zu verarbeiten gewesen. Siehe den 11. September und daraus resultierende Karikaturen, Videos, Musiktitel und MSS-Artikel, die zur Verarbeitung des Schrecklichen erstellt wurden.
Schwarzer Humor, wie der Name schon sagt, muss nicht für jeden heiter sein – es wird ein Spiegel vorgehalten, das Lachen kann im Halse stecken bleiben. Schwarzer Humor ist nie oberflächlich, eher bösartig, und legt oft den Finger in die Wunde. Jeder empfindet bei den Gedanken an das dargestellte Problem anders.

Es bleibt weiterhin zu überlegen, inwiefern gerade Humor die (Welt-)Geschichte verändert hat. Humor ist eine Art Widerstand beim Menschen und macht oft aus einer bestimmten Perspektive auf Probleme aufmerksam, aus der dieses Problem zuvor meist nicht betrachtet wurde.

Abschließend sei uns folgender Kommentar gestattet: Wir finden, dass selbst unsere Kritiker als ‚Einwegbesucher‘ unserer Zielsetzung gefolgt sind. Denn sie haben beispielsweise über den Fall Dutroux erneut nachgedacht, wir haben auf das Problem erneut aufmerksam gemacht. Und obwohl die Medien darüber bereits seit langer Zeit schweigen, halten wir dieses Thema lebendig. Und das, ohne dem Betrachter gleich eine eindeutige Meinung aufzudrücken. Man sieht es selber: die einen können lachen, die anderen sind empört. Jeder macht sich also seine eigenen Gedanken, wie er sie in diesem Moment für richtig hält.

Amen.


Das war Ihnen zu viel zwischen den Zeilen? Versuchen Sie’s doch mal damit: Unsere Erklärung, was MSS ist, wie es arbeitet und was es bedeutet.